| |
|
|
|
Viktor Stebichow steht bei allen Spielen an den Westfalenhallen
und reckt
Viktor Stebichow tragt dieses Schild. Immer wieder
schaut er nach oben. Als ob er kontrollieren will, dass sein Schild
gut zu sehen ist, dass seine Botschaft verbreitet wird: Jesus rettet
- und zwar nicht auf der Linie des eigenen Tores. Mit einem Lacheln
reckt der 29-Jahrige den Fans kleine, selbst gedruckte Zettel entgegen,
auf denen die Botschaft noch ein wenig ausfuhrlicher beschrieben steht. Viele Schlachtenbummler haben nur einen kurzen, wenig
interessierten Blick fur Stebichow ubrig, der sich wie der einsame
Rufer im Fanmeer vorkommen muss. Doch ab und zu greift jemand zu.
Ein Brasilianer mit Trommel vor dem Bauch nimmt einen Zettel mit.
Stebichow ist zufrieden, wendet sich sofort den nachsten Menschen
zu, die an ihm vorbeiziehen. Er will sich keine Verzogerung bei der
Verbreitung seiner Botschaft leisten. Eigentlich kann er sich die zwei Stunden vor den WM-Spielen
gar nicht gut leisten. An der Bundesfachschule fur Orthopadietechnik
bereitet er sich gerade auf sein Meister-Diplom vor. Zum Semesterende
musste er fur die anstehenden Klausuren pauken. Doch Stebichow, der an einem fru¬heren Punkt in seinem Leben
Orientierung suchte und sie bei Gott fand, wollte „zu Gottes Ehre"
die Heilsbotschaft wahrend der Weltmeisterschaft verkunden. Da konnen,
da mussen die Klausuren warten, er ist sich sicher, dass Gott ihm
in seinem Beruf schon den notigen Erfolg schenkt. Die Weltmeisterschaft - und da denkt Stebichow ganz
irdisch und okonomisch -, Meinen ist eine einmalige Gelegenheit, um
tausenden Menschen den Namen Jesus nahezubringen. Deshalb suchte er
sich die WM-Meile und die Rosenterrassen als Standort, denn dort kommen
tatsachlich tausende Fans voruber. „Es ist interessant zu beobachten, dass Jesus nicht
vergessen wird", fasst er seine Erlebnisse zusammen. So habe
eine Fangruppe, die ihm grolend entgegen kam, die Gesange abrupt und
fast ehrfurchtig eingestellt, als sie Stebichow mit seinem Schild
sahen. Deutschen Fans, die „Deutschland, Deutschland" schrien,
antwortete Stebichow mit „Jesus, Jesus" - und die Fans stimmten
mit ein. Unermudlich versucht Viktor Stebichow seine Botschaft unter
den Fu?ballfans zu verbreiten. In diesen Momenten ist sich Stebichow sicher, dass
seine Botschaft ankommt. Und deshalb wird er auch beim Halbfnale wieder
sein Schild in die Hohe recken: Jesus rettet.
|
| © 2004 · evangelie.de · impressium |